Schiller-Schule Bochum

Telefon: 0234 / 930 44 11

Profil der Schiller-Schule

„Die Schiller - Schule will eine für alle an ihrem Leben Beteiligten at­traktive Schule sein.

Unser Ideal ist die Entwicklung von fach- und sozialkompetenten, ethisch und gesellschaftlich verantwortungsbewussten Persönlichkeiten, die auch durch Kreativität und Weltoffenheit den Anforderungen des modernen Lebens gewachsen sind.

Dazu vermitteln wir zum einen das, was im klassischen Fächerkanon eines Gymnasiums gelehrt wird, zum anderen den kompetenten Umgang mit Kultur,  mit modernen Kulturtechniken der Information und Kommunikation (etwa Internet, Medien) sowie mit Wirtschaft, Politik und Umwelt.

Eine solche Ausbildung erfüllt auch engere schulische Ziele wie die Fähigkeit zu Studium und Beruf. Vor allem aber werden unsere Absolventinnen und Absolventen in die Lage versetzt, sich durch selbstständiges „lebenslanges Lernen “kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Unsere Leitlinien zur Führung und Zusammenarbeit wollen vor allem motivieren. Sie kennen deshalb keine starre Hierarchie, sondern sehen einen Führungsstil vor, der sich durch Teamarbeit sowie Mitwirkung aller beteiligten Gruppen wie Schulleitung, Lehrer, Eltern und nicht zuletzt Schülerinnen und Schüler auszeichnet.

Ähnlich facettenreich wie unser Leitbild stellt sich unsere daraus abgeleitete pädagogische Grundorientierung dar, die insgesamt als reformpädagogisch charakterisiert werden kann. Aspekte wie Schülerorientierung, Erziehung zu einer kritisch fragenden, aber auch neugierigen Haltung der Schule und dem Leben gegenüber, das Einüben demokratischer Grundsätze, die Hervorhebung und Unterstützung der Stärken und Begabungen der einzelnen Schülerinnen und Schüler, die Kompensation von Lernschwierigkeiten, die Verdeutlichung der größeren Zusammenhänge durch einen Fächer übergreifenden Unterricht, die Einübung der praktischen Anwendung spezieller Kenntnisse in Arbeitsgemeinschaften, die Vermittlung eines Gefühls der Geborgenheit in der Schule, des Aufgehobenseins und des Ernstgenommen­werdens, gehören in diesem Rahmen zu unseren Wertvorstellungen.

Zur Verwirklichung der pädagogischen Grundsätze bedarf es neben ausreichender finanzieller und personeller Ressourcen eines konkreten Erziehungskonsenses, der zum einen als „Minimalkonsens” in der Schulordnung der Schiller-Schule schriftlich fixiert ist, zum anderen aber im Gespräch zwischen Lehrern, Eltern und Schülern immer wieder neu reflektiert, vervollständigt und verdeutlicht wird, damit er auch in der praktischen Erziehungsarbeit sichtbar werden kann.

Die Erprobungsstufe

Sie umfasst als besondere pädagogische Einheit die Jahrgangsstufen 5 und 6. Diese Jahrgangsstufen knüpfen an Inhalte und Methoden der Grundschule an. Unser besonderes Augenmerk gilt dabei dem Ziel, den Übergang zwischen den Schulformen so zu gestalten, dass er von den Schülerinnen und Schülern nicht als Bruch erlebt wird.

Deshalb

  • bilden möglichst wenige Lehrkräfte ein Klassenkollegium.
  • wird die Klassenleitung doppelt besetzt mit einer weiblichen und einer männlichen Lehrkraft.
  • werden in der ersten Schulwoche WILUK-Tage („Wir lernen uns kennen“) durchgeführt.
  • stehen pro neuer Klasse zwei bis drei ältere Schülerinnen und Schüler als Paten zur Verfügung, die für diese Aufgabe eigens geschult wurden.
  • werden besonders in der Anfangszeit verstärkt außer-unterrichtliche Aktivitäten von Lehrkräften und Paten durchgeführt.
  • lernen die neuen Fünftklässler ihre Klassenleitung, ihre Paten und ihren Klassenraum bei einer besonderen Begrüßungsveranstaltung schon vor den großen Ferien kennen.
  • hat eine Person der Klassenleitung eine zusätzliche Stunde über die vorgesehene Zahl der Fachstunden hinaus, damit einerseits Zeit für Besprechungen und Planungen vorhanden ist, andererseits der Fachunterricht nicht leidet.

Während der Erprobungsstufe finden ausführliche Erprobungsstufenkonferenzen, zum Teil mit den Lehrkräften der Grundschulen, statt, um die Entwicklung der einzelnen Schülerinnen und Schüler sorgfältig im Blick behalten zu können. Dabei wird über etwaige Lernschwierigkeiten, ihre Ursachen und über mögliche Hilfen zu ihrer Überwindung beraten.

Alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 können ohne Versetzungsentscheidung in die Jahrgangsstufe 6 übergehen. Erst am Ende der Erprobungsstufe muss entschieden werden, ob eine Schülerin oder ein Schüler endgültig ins Gymnasium aufgenommen oder ob ein Schulformwechsel empfohlen wird. Diese wichtige Entscheidung wird die Schule rechtzeitig und ausführlich mit Ihnen erörtern.

In der Jahrgangsstufe 5 unserer Schule wird seit nunmehr fünf Jahren in einer Wochenstunde das Unterrichtsvorhaben „Lernen Lernen“ durchgeführt. In dieser Stunde werden gezielt Lern- und Arbeitstechniken geübt, aber auch sinnvolle Zeitplanung, Entspannungs- und Konzentrationsmöglichkeiten besprochen und eingeübt. Der Anfang für dieses Vorhaben wird kompakt schon in der ersten Schulwoche (WILUK) gemacht.

Für Kinder mit Schwierigkeiten in den schriftlichen Fächern wird im 2. Halbjahr der Jahrgangsstufe 5 Förderunterricht in den Fächern Englisch, Mathematik und Deutsch angeboten.

In der Jahrgangsstufe 6 erlernen alle Schülerinnen und Schüler ihre zweite Fremdsprache (Lateinisch oder Französisch).

Interessierte Schülerinnen und Schüler können in der Erprobungsstufe an den „Streicherklassen“ teilnehmen. Sie setzen sich mit den Inhalten des Musikunterrichtes auseinander, indem und während sie ein Streichinstrument erlernen.

Die Mittelstufe

Die Jahrgangsstufen 7 bis 9 bilden die Mittelstufe. Die Fächer aus der Erprobungsstufe werden fortgeführt, ab Jahrgangsstufe 8 wird im Differenzierungsbereich (Wahlpflichtunterricht) eine weitere Wahlmöglichkeit eröffnet.

Das vor einigen Jahren eingeführte „Mittelstufenkonzept“ hat sich bewährt. Um möglichst rechtzeitig auf das Lern- und Sozialverhalten einer Klasse in der schwierigen Phase der Pubertät reagieren zu können, treffen die neuen Klassenkollegien der 8. Klassen mit den „alten“ Klassenleitungen zu Mittelstufen-Klassenkonferenzen zusammen. Die Ergebnisse dieser Konferenzen werden mit den Eltern beim Elternsprechtag und mit den Schülerinnen und Schülern bei einem Schülersprechtag erörtert.

Auch die Klassen der Mittelstufe erhalten möglichst eine Co-Klassenleitung. Da die Ordinariatsstunden als solche nicht mehr in der offiziellen Stundentafel vorgesehen sind, werden die Klassen ermutigt, deutlicher und regelmäßiger als bisher in SV-Stunden Probleme und Fragen zu besprechen, die ihre Klasse betreffen.

Jahrgangsstufenbezogene Lernprojekte sollen über den Fachunterricht hinaus Beiträge zur Werte-Erziehung leisten. In diesem Zusammenhang ist u. a. auch die Teilnahme der Jahrgangsstufe 8 am Projekt „Gewaltprävention“ zu sehen, das in Zusammenarbeit mit der Bochumer Polizei durchgeführt wird.

Den Umgang mit den modernen Informationstechnologien erlernen die Schülerinnen und Schüler in vielfältiger Hinsicht. In der Jahrgangsstufe 7 können in zehn Doppelstunden die grundlegenden Computertechniken (Textverarbeitung, Tabel-lenkalkulation, Datenbank, Grafikeinbindung) durch einen Computer-Führerschein erlernt werden. In der Jahrgangsstufe 8 werden im Fach Deutsch das Unterrichtsthema „Zeitung“ und Projekte der Fächer Biologie und Politik computerunterstützt behandelt.

Stundentafeln der Klassen 5 bis 9 (G8)

 

Klasse

5

6

7

8

9

Gesamt

Kernstunden
lt. APO-S I

 
 

D

4

4

4

4

3

19

19

 

M

4

4

4

4

3

19

19

 

E5

4

4

4

3

3

18

18

 

F6 / L6

 

4

4

3

3

14

14

 

GE

 

2

 

2

2

6

18

18

 

EK

2

 

 

2

2

6

 

PK / WI

2

 

2

 

2

6

 

BI 

2

2

1

 

2

7

20

20

 

PH

 

2

1

2

2

7

 

CH

 

 

2

2

2

6

 

KU

2

2

 

2

2

6 - 8

14

14

 

MU

2

2

2

 

6 - 8

 

RE

2

2

2

2

2

10

10

 

SP

4

4

3

2

2

15

15

 

WP

 

 

 

(2 - 3)

(2 - 3)

6

4-6

 

Summe
Kernstunden

28

32

29

31

33

153

151-153

 

Ergänzungsstunden

 

LL

1

 

 

 

 

5

7 - 5

 

zusätzlicher
Unterricht

1 (KL*)

 

1 (Bi)
1 (Ge)

 

 

 

C&Co (**)

 

 

1

 

 

 

 

 

Stunden zur individuellen Förderung 

 

 

 

Die Oberstufe

Die Jahrgangsstufen 11 und 12 bilden die gymnasiale Oberstufe. In der Qualifikationsphase werden die Schülerinnen und Schüler in einem Kurssystem unterrichtet, das die Kombination von Grund- und Leistungskursen im Pflicht- und Wahlbereich ermöglicht. Erfreulicherweise kann an der Schiller-Schule fast jede Leistungskurskombination angeboten werden, weil wir seit vielen Jahren erfolgreich mit unseren Nachbargymnasien, vor allem mit der Graf-Engelbert-Schule, kooperieren. Die gymnasiale Oberstufe schließt mit der Abiturprüfung ab, mit der die allgemeine Hochschulreife verliehen wird.

Während der gesamten Zeit der Oberstufe unserer Schule finden zahlreiche Informationsveranstaltungen zur Studien- und Berufswahl statt. Dazu gehören u. a. Beratungen durch das Arbeitsamt, Informationen von Berufspraktikern und ein zweiwöchiges Berufspraktikum in der Jahrgangsstufe 11. Im Rahmen des Modellprojektes KSW (Kooperationsnetz Schule - Wirtschaft) besteht seit 2002 eine enge Kooperation mit der Maschinenfabrik und Eisengießerei Eickhoff.

Arbeitsgemeinschaften

In allen Stufen wird der Unterricht ergänzt durch Arbeits-gemeinschaften. In diesem Schuljahr werden folgende AGs angeboten: Theater, Radio Schiller, Schülerzeitung, Fußball, Jazz-Tanz, Internet-Café, Computer-Führerschein, Chemie, Schulhofgestaltung, Streitschlichtung, Rechtskunde, Model European Parliament, DELF zur Vorbereitung auf die französische Sprachprüfung und spanische Konversation und Kultur.

Die „klassischen“ Arbeitsgemeinschaften wie Unterstufen-orchester, Orchester, Bläserkreis, Unterstufenchor, Mittelstufenchor, Chor LEO (Lehrer, Eltern-, Oberstufe) und der JazzXpress laden dazu ein, in Gemeinschaft zu musizieren.

Besonders stolz sind alle Beteiligten natürlich, wenn größere Vorhaben erfolgreich durchgeführt worden sind, wie die Musicals „Annie“ (2002), „Tin Pan Ali“ (2003) und „Emil“ (2005).

Da die AGs in der Regel ebenso wie einige Unterrichts-veranstaltungen für die Oberstufe im Nachmittagsbereich liegen, haben die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, an drei Tagen der Woche (Di, Mi, Do) eine warme Mahlzeit im „Café Schiller“ einzunehmen. Diese Einrichtung wird seit mehr als zehn Jahren von engagierten Eltern getragen, die mit beträchtlichem Aufwand schmackhafte Mahlzeiten und Snacks zubereiten und anbieten. Für den kleinen Hunger und Durst gibt es den Pausenkiosk, der von einer Schülerarbeitsgemeinschaft eigenverantwortlich bewirtschaftet wird.

Begabungsförderung 

Besonders begabte und lernwillige Schülerinnen und Schüler konnten an der Schiller-Schule bisher ab Klasse 7 Lateinisch und Französisch parallel belegen oder sich durch individuelle Förderung in den Jahrgangsstufen 9 und 10 auf den Sprung von 10.1 nach 11.2 vorbereiten. Seit dem Schuljahr 2005/2006 wird die 2. Fremdsprache bereits in Klasse 6 angeboten, die Zeit bis zum Abitur ist auf acht Jahre verkürzt. Es wird sich erst zeigen, ob das bisherige Konzept der Förderung noch tragfähig ist und angenommen wird. Das „Drehtürmodell“ und die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler werden aber auf jeden Fall auch in Zukunft angeboten werden.

Weiterhin interessant und trotz verkürzter Schulzeit auch realisierbar ist das Angebot der Ruhr-Universität Bochum für leistungsstarke und besonders lernwillige Schülerinnen und Schüler. Diese können in den Jahrgangsstufen 11 und 12, eventuell auch schon in Klasse 10, während der Schulzeit an Veranstaltungen der „SchülerUni“ teilnehmen und auf diese Weise eine individuelle Verkürzung ihrer Ausbildungszeit erreichen. Seit Start dieses Projektes haben immer wieder etliche Schülerinnen und Schüler unserer Schule Angebote der Schüler-Uni wahrgenommen.

begabungsfoerderung

Schule ist mehr als Unterricht 

Eine Besonderheit unserer Schule ist das „Sozialpraktikum“. Alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 haben die Möglichkeit, für neun Tage in unterschiedlichen sozialen Einrichtungen wichtige Erfahrungen zu sammeln. Am 10. Tag findet eine ausführliche Auswertung statt.

Zur Stärkung von Mathematik und Naturwissenschaften nehmen unsere Schülerinnen und Schüler regelmäßig am bundesweiten Mathematik-Wettbewerb „Känguru“ teil. Im Schuljahr 2004/2005 waren es 170 Schülerinnen und Schüler. Die Vorbereitung auf die Teilnahme erfolgt in der Schule durch den internen MOPS-Wettbewerb (Mathematik-OlymPiade Schiller-Schule): Einmal im Monat wird den Schülerinnen und Schülern der Klassen 5 bis 8 eine besondere Mathematik-Aufgabe gestellt, die Jahrgangsstufenbesten werden am Ende des Schuljahres prämiert.

Mehrtägige Wander- und Studienfahrten sind für die Jahrgangsstufen 5/6, 9, 11 und 12 vorgesehen.

Falls es einmal zu Streitigkeiten, z. B. auf dem Schulhof, kommt, können sich die Kontrahenten an die Streitschlichter wenden. Dabei handelt es sich um Schülermediatoren, die während einer halbjährigen Ausbildungszeit auf die Aufgabe vorbereitet wurden, Konflikte so zu lösen, dass kein Beteiligter sich als Verlierer fühlt. Für weitergehende Konflikte und Problemlagen stehen an der Schiller-Schule eine Lehrerin und ein Lehrer mit anerkannten Aus- und Fortbildungen als Ansprechpersonen zur Verfügung, die auf der Basis von Freiwilligkeit und Vertraulichkeit Kinder, Jugendliche und auf Wunsch auch Eltern beraten. Dieses Beratungsteam arbeitet auch mit außerschulischen Einrichtungen wie Erziehungsberatungs-stellen oder Jugendamt zusammen und kann, falls gewünscht, den Kontakt zu ihnen herstellen.

Internationale Begegnungen spielen in unserem Schulleben eine wichtige Rolle. Eingeführt sind bereits Schulpartnerschaften mit einer englischen Schule in Sheffield und einer italienischen Schule in Lucca. Darüber hinaus verbringen viele Schülerinnen und Schüler aus aller Welt ein Schul(halb)-jahr an der Schiller- Schule. Unsere Schülerinnen und Schüler können für die Teilnahme an einem Austauschprogramm beurlaubt werden.

Seit vielen Jahren existiert der Förderverein der Schule, der mit Hilfe der Beiträge vieler Eltern und Freunde der Schule wichtige und sinnvolle zusätzliche Anschaffungen finanzieren konnte, für die öffentliche Mittel nicht zur Verfügung standen: Sportgeräte, Bücher für die Bibliothek, Einrichtungen für Fachräume, Spielgeräte für die Hofpausen, Medien und vieles mehr.