Schiller-Schule Bochum

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Q1-Fahrt nach Berlin ein Schülerbericht

2018 Berlin Q1
„Berlin ist mehr ein Weltteil als eine Stadt“, so beschrieb Jean Paul (bürgerlich Johann Paul Friedrich Richter) seinerzeit das Reiseziel der 26 mitgereisten Q1-Schüler und Schülerinnen. Auch zwei Jahrhunderte später, trifft seine Aussage immer noch zu. Im Herzen von Berlin sprachen wir vermutlich genauso oft Englisch mit den Hostel-Mitarbeitern wie die andere Reisegruppe in England. Kontrastreich wie die Stadt waren auch die Eindrücke der Schüler und Schülerinnen.

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen sorgte für nachdenkliche Gesichter. Ein Zeitzeuge aus den Jahren der DDR führte die Gruppe durch das Gebäude der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit der DDR und bot uns einen Einblick in seine eigene Ermittlungsakte. Verurteilt wurde der ehrenamtliche Mitarbeiter der Gedenkstätte für den Versuch, die DDR zu verlassen. In der betrügenden Freigangzelle des ehemaligen Krankentraktes trichterte er uns emotional bewegt ein, dass ein Volk nur unter Angst beeinflussbar und manipulierbar sei. Seine Botschaft, dass wir uns dafür einsetzten müssen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt, wurde im Laufe der Woche vielfach aufgegriffen. So auch bei unserem Besuch der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Waren doch viele von uns zu Beginn skeptisch, was die Audio-Guide Führung angeht, waren wir hinterher umso bewegter von den Abschiedsbriefen und Geschichten, die in der Ausstellung an die Besucher appellieren. Axel Schäfer, der uns im Bundestag zu einer Diskussion über die aktuelle Politik eingeladen hatte, war zum abgesprochenen Termin bei einer Rede in Norddeutschland. Uns stand stattdessen einer seiner Mitarbeiter zur Verfügung. Zum Glück hatten wir am Abend zuvor das Kabarett „Wohin mit Mutti? – Merkel taucht ab“ besucht, sodass wir bereits mit dem Witz der Politik konfrontiert worden waren. Allerdings auch mit Kamelen in Fußballstadien, aber das ist ein anderes Thema. Zurück zur Diskussion: Hatten wir uns die Woche über hauptsächlich mit der Vergangenheit beschäftigt, blickten wir im Bundestag gemeinsam in unsere Zukunft. Auf politischer Ebene überlegten wir, wie unsere Zukunft aussehen sollte – und vor allem: Was wir zu ihrer Gestaltung beitragen können und wie wichtig es ist, dass wir uns aktiv einbringen. Überrascht, dass Besuche von Gedenkstätten unsere Zielgruppe ansprechen können und der Nachbau einer amerikanischen Spielhalle aus den 70er und 80er Jahren auch bei Nicht-Gamern für leuchtende Augen sorgen kann – wobei, das überraschte eigentlich niemanden – erkundeten wir auf eigene Faust die Stadt. Durch die Stadtrallye am Montag kamen wir optimal im Berliner Bahnnetz klar und lernten weitere Facetten der Stadt kennen. „Ist das nötige Geld vorhanden, ist das Ende meistens gut“, wusste auch schon Bertolt Brecht, welchem wir auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof einen Besuch abgestattet hatten und so reisten wir mit schmerzenden Füßen und vollen Einkaufstaschen im 80er Jahre Zugabteil zurück nach Bochum.

Lea F. (Q1)