Schiller-Schule Bochum

Telefon: 0234 / 930 44 11

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Wir sind BUNDESSIEGER bei "Demokratie Erleben"!

 

Preisgewinnerfoto Freude DemokratieErleben 15.11.2017
Mit größter Freude hat eine Abordnung unserer Schule am Montag den ersten Preis beim Wettbewerb "Demokratie Erleben" der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik (DeGeDe) in Berlin verliehen bekommen. Die Laudatio hielt die ehemalige Schulministerin Sylvia Löhrmann, die betonte, dass die 15-köpfige Jury einstimmig (!) das Konzept der Schiller-Schule für das beste hielt. Die Vielfalt demokratiepädgogischer Elemente, die von vielen Schultern getragen werde, habe besonders überzeugt. Die Schiller-Schule dankt für die Anerkennung der Arbeit in diesem Bereich und wird das Preisgeld verwenden um  auch in Zukunft die Programme fortsetzen und ausbauen zu können. Dies ist leider um so mehr wichtig, da  Fördermittel in den letzten Jahren wegfielen.
Ein Auszug aus unserer Bewerbung gibt einen kleinen Einblick in unser pädagogisches Konzept:

Demokratie-Erziehung an der Schiller-Schule

Wir als Schiller-Schule möchten unsere Schülerinnen und Schüler zu mündigen Staatsbürgern erziehen, die wissen, wie und wo sie sich für ihre Anliegen einbringen können. Daher sind wir überzeugt, dass Demokratie-Erziehung nicht an den Grenzen der Fachcurricula (z.B. Politik, Geschichte, Erdkunde, Religion, Fremdsprachen) enden darf, sondern darüber hinaus im Alltag integriert und eingeübt werden muss. Aus diesem Grund wird bei uns Schülermitbestimmung auf allen Ebenen großgeschrieben und aus diesem Grund haben wir uns auf den Weg gemacht UNESCO-Schule zu werden.

Am breitesten werden Schüler neben der Wahl zum Klassensprecher bei dem von diesen durchgeführten Klassenrat gefordert. Die Klassensprecher sammeln zuvor mithilfe ausgehängter Listen Vorschläge, Probleme, Kritik und Danksagungen und erstellen daraus eine Tagesordnung für eine Klassenratssitzung. Diese findet in der Regel einmal im Monat, bei Bedarf auch öfter statt.

Zu Beginn einer jeden Klassenratssitzung wird ein Protokollant bestimmt. Danach werden die Punkte lösungsorientiert besprochen und diskutiert. Es ist bemerkenswert, wie konstruktiv und zunehmend professionell die Schüler ihre eigenen Anliegen in die Hand nehmen, wenn diese Institution einmal eingeübt ist.

Die Klassensprecher bringen sich sehr engagiert in unsere Schülervertretung (SV) ein, die jedes Schuljahr eine eigene Fahrt macht und dort Meinungsbildungsprozesse abstimmt und reflektiert, sowie neue Amtsinhaber trainiert. Dass dieses Engagement über die Funktion der Klassensprecher hinaus Interesse weckt, zeigt die Tatsache, dass wir seit Jahren eine große ASV haben, also Schüler, die ohne Amt aber mit großem Interesse und Engagement die SV unterstützen. Die SV-Schüler nehmen mit vollem Stimmrecht gleichberechtigt an dem höchsten Entscheidungsgremium unserer Schule, der Schulkonferenz, teil und bringen sich dort äußerst konstruktiv ein. Auf ihre Initiative hin nimmt die Schiller-Schule seit 2014 am Programm "90 Minuten gegen Rechts" teil. Seit 2016 ist sie als "Schule ohne Rassismus" ausgezeichnet.

Schüler, die sich im Laufe der Sekundarstufe I besonders engagiert im Schulleben sowie in Englisch und einer Gesellschaftswissenschaft gezeigt haben, bekommen in der Sekundarstufe II die Chance an internationalen Parlamentssimulationen teilzunehmen: seit 1990 fährt jedes Jahr im November eine 15-köpfige Schülergruppe aus Q1 und Q2 begleitet von zwei Lehrern unserer Schule zum "Model European Parliament" in Kerkrade (NL). Zuvor wurden sie von uns in Rhetorik und Parlamentsetiketten geschult, und simulieren dort gemeinsam mit 300 Schülern aus ganz Europa auf Englisch aktuelle Debatten des Straßburger Parlaments. Sie erarbeiten eigene Anträge, Referentenentwürfe und Gesetzesvorlagen in Fraktions-, Komitee- und Parlamentssitzungen und stellen diese vor, verteidigen oder attackieren sie am Rednerpult. 2012 haben wir auf Schülerinitiative (!) erstmals auch an den "Oldenburg Model United Nations" teilgenommen. Die Schüler nehmen hier die Rolle von UN-Delegierten ein und diskutieren globale Lösungen auf Englisch.

Um dieses starke Angebot an Parlamentssimulationen auszubauen, haben wir uns entschlossen ab 2017 in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung die Kommunalpolitik in den Fokus zu nehmen. In einem zweitägigen Simulationsspiel mit externen, stiftungseigenen Moderatoren debattieren die Jugendlichen der EF (Klasse 10) politische Themen einer fiktiven Stadt nach den Regeln der nordrheinwestfälischen Stadträte. Im Anschluss sollen die Schüler aktuelle Themen der Stadt Bochum im Sitzungssaal des Rathauses diskutieren und ihre Lösungsvorschläge dem Oberbürgermeister übergeben.

Neben den Parlamentssimulationen ist es uns wichtig auch die Stätten der Demokratie mit Schülern zu bereisen: so findet in der Q1 eine Berlinfahrt statt, zu deren Programm fest sowohl ein Bundestagsbesuch inklusive Treffen eines Abgeordneten gehört, als auch Orte der deutschen Diktaturen besucht werden. Letzteres ist auch Inhalt unserer Weimar-Buchenwald-Fahrt in der Jahrgangsstufe 9.

Personell profitiert unsere Schule davon, dass sich ein großes Team von engagierten Kollegen gefunden hat, die gemeinsam sowohl die oben beschriebenen, fest implementierten Programme durchführen und begleiten, als auch punktuell Aktionen zur Demokratieförderung machen. Dass sind Fotoaktionen, Umfragen, Wahlsimulationen und Podiumsdiskussionen mit Politikern im Vorfeld von Kommunal-, Landtags-, Bundes- und Europaparlamentswahl als auch die sogenannte Woche des Respekts. In der Woche des Respekts (14.11.-19.11.2016) wurde für ein tolerantes Miteinander und Respekt im Alltag geworben. Postkartenaktionen, Anti-Diskriminierungskampagnen und Unterrichtsprojekte sensibilisierten für diese wichtige Tugend. Neben der besonderen Teamstruktur freuen wir uns darüber, dass Frau Alduk aktuell die Fortbildung für ihre neue Aufgabe als Mitglied im Kompetenzteam Demokratieerziehung der Bezirksregierung Arnsberg macht und unsere Arbeit somit mit vielen Ideen und Impulsen begleiten kann.

Wir haben ein breites Verständnis von Demokratieerziehung, d.h. dass neben Prozessen politischen Lernens für uns auch soziale und emotionale Erfahrungen zum Kern einer demokratischen Gesellschaft beitragen, ebenso wie ein Höchstmaß an Transparenz und Mitwirkungsmöglichkeiten."